Gott spricht: „Ich sage dir: Sei stark und mutig! Hab keine Angst und verzweifele nicht. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst.« Jos. 1,9

Josua – sein Name bedeutet: „Gott hilft“ oder „Gott rettet“; eine Kurzform des Namens: Jehoschua à griechisch: „Jesus“! – ein Mann, mit dem Gott Geschichte schreibt. Er gehört zur „Wüstengeneration“. Er war Zeitzeuge des „großen Propheten“ und Gottesmannes Mose. Er ist einer der 12 Auserwählten, die das verheißene Land Kanaan auskundschaften durften. Er gehört zu der Minderheit, die sich „Pro-Kanaan“ und „Pro-Gott“ ausgesprochen haben und dabei fast zu Tode gekommen wären. Schließlich gab es so etwas wie „Minderheitenrechte“ noch nicht in der Wüstengeneration. Zusammen mit Kaleb stellte er sich gegen den allgemeinen Trend des Unglaubens seiner Zeit und wird von Gott – allerdings erst zu Gottes Zeitpunkt – bestätigt. Diese beiden – Josua und Kaleb – sind die einzigen „Wüstenkinder“, die in das verheißene Land mit einziehen dürfen. Nun bricht die neue Zeit an. Und es beginnt mit einem Trauerfall: Mose, der große Führer und Hirte des Volkes wird zu Grabe getragen. Wie geht es weiter? Wer hat die „Schuhgröße“ um in seine Nachfolge zu treten?

Gott spricht zu Josua. Immer beginnt das Neue, wenn Gott spricht. In 1.Mose 1 macht die Schöpfung ihren ersten Atemzug als Gott spricht. Gottes Heilsplan wird konkret als er Abraham beruft (1.Mose 12) indem er zu ihm spricht. Und auch Josua hört die Anrede Gottes und erfährt Gottes „Gebrauchsanleitung“, um „Schritte zu wagen“:

1. Schritte wagen … weil es dran ist.  (siehe Jos.1,1-2)  Es gibt einen richtigen Zeitpunkt. Der ist wichtig. Zuviel richtiges ist schon zur falschen Zeit gesagt und gemacht worden. Und auch das Volk Israel muss erleben: Es gibt verpasste Gelegenheiten. Das ist auch nicht wieder gut zu machen, wenn man es nachholt. Im Gegenteil: Diese Eigensinnigkeiten werden Israel in Zukunft sogar noch einmal einen unendlich hohen Preis abverlangen. Schritte wagen, weil es dran ist – Gott hat den Zeitpunkt bestimmt. Eine neue Seite im Lebensbuch Israels wird aufgeschlagen. Jetzt ist es dran, loszugehen. Biblisch gesprochen: „Heute“! „Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet …“ (Ps. 95,7)  Stell dir vor, du hörst die Stimme Gottes und gehorchst!  Welche Segnungen Gottes und Mut machenden Erfahrungen mit seiner Führung in deinem Leben würden sich dir auftun?

2. Schritte wagen… weil Gott gegeben hat.  (siehe Jos. 1,3)  Es gibt ja nichts, wo Gott nicht bereits „in Vorleistung“ getreten wäre. Die 10 Gebote als Beispiel: Sie beginnen nicht etwa mit einem Gebot, sondern damit, dass Gott sich bekanntmacht. Und auf seiner Visitenkarte steht: „Ich habe dich (aus der Sklavenschaft Ägyptens) erlöst!“ So auch bei Jesus. Nicht zuerst das Liebensgebot, sondern die erfahrene Liebe Gottes durch das unaussprechliche Opfer von Jesus selbst. Das „Wort vom Kreuz“ geht dem Ruf in die Nachfolge und allen daraus sich ergebenden Herausforderungen voraus. Zuerst gibt Gott. So auch bei Josua: „Ich habe es euch gegeben!“ Was denn? Das Land, das ihr einnehmen sollt! Es gehört euch bereits! Ich habe es euch schon geschenkt! Nur: es muss auch „angenommen“ werden! Wie nimmt man etwas an? Man bereitet sich vor und geht die nötigen Schritte. Wir bereiten uns auf alles Mögliche vor, aber wenn Gott etwas verspricht, neigen wir dazu träge zu werden und darauf zu warten, dass „uns die Früchte in den Mund wachsen“. Wenn Gott dir etwas verheißt, bereite dich vor. Vielleicht hat er dir gesagt, dass er durch Dich viele Menschen zu Jesus führen möchte, dann lerne, wie man Kontakte und Beziehungen zu „Suchenden und fragenden Menschen“ aufbaut und lerne, wie man auf ihre Fragen antworten könnte. Oder ruft Gott die in die Mitarbeit einer Gemeindegruppe, dann lerne von denen, die schon länger dabei sind – und empfange deine Verheißung. Gott möchte dich gebrauchen für andere zu beten und sie zu segnen, dann „bereite dich vor“ …  Stell dir vor, Gott schenkt dir eine Verheißung und du bereitest dich vor! Welche Segnungen Gottes und Mut machenden Erfahrungen mit seiner Führung in deinem Leben würden sich dir auftun?

3. Schritte wagen … weil Gott mit uns ist  (siehe Jos. 1,9)  Dieser Aspekt der Gebrauchsanleitung ist der Großartigste!  ER ist mit dir! ER hat sich mit dir verbündet und versprochen, dich nie allein zu lassen. Die Erfahrung der „Emmaus-Jünger“ ist hier beispielhaft: Sie haben ihn nicht erkannt, aber er war schon längst da. Mitten in ihren Fragen, Ängsten und Zweifeln kommt Jesus und gesellt sich zu ihnen. Mitten in den „Stürmen des Lebens“ ist ER da und spricht das schöpferische Wort, das alles verändert. Jesus bestätigt das: „Siehe, ich bin bei euch bis ans Ende der Welt.“ (Mt. 28,20)  Stell dir vor, Gott ist mit dir und du erfährst das! Welche Segnungen Gottes und Mut machenden Erfahrungen mit seiner Führung in deinem Leben würden sich dir auftun?

„Schritte wagen“ ist angesagt! Sicherlich sind es unterschiedliche Schritte: dem einen erscheinen sie klein; für den anderen sind sie schon viel zu groß. In Gottes Augen jedoch ist jeder Schritt mit Jesus lobenswert. Und alles, was wir tun, um das „gute Land“ zu betreten, welches Gott uns bereits gegeben hat, ist aus Gottes Perspektive eine offene Tür, um uns mit seinen Segnungen zu beschenken. 

„Denn wir sind Gottes Schöpfung. Er hat uns in Christus Jesus neu geschaffen, damit wir zu guten Taten fähig sind, wie er es für unser Leben schon immer vorgesehen hat.“  (Eph. 2,10)

In diesem Sinne von Herzen Gottes Segen viel Mut, „Schritte zu wagen“

Bernd Niemeier

Dieser Beitrag wurde unter Bibel aktuell 2011 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.